Sonntag, 27. Dezember 2015

Mein persönlicher Jahresrückblick - 2015

Hallo Ihr Lieben,

wie angekündigt, zu meinem persönlichen Jahresrückblick. Insgesamt war das letzte Jahr ein sehr durchwachsenes Jahr.

Die Welt ist in Bewegung geraten

Politisch kann man es als ein Schlüsseljahr sehen. Eine neue Völkerwanderung hat begonnen. Der Zusammenbruch der nachkolonialen Strukturen im Mittelmeerraum hat zu heftigen, auch von Europa und den USA angestachelten Konflikten geführt. Vollgestopft mit hochwertigen Waffen, versuchen unterschiedliche Gruppen, an die Macht zu kommen. Die Folge sind Zerstörung, Tod und Elend. Die Menschen fliehen davor und einige landen in einem satten, mit der eigenen Nabelschau beschäftigten Europa. Deutschland hat sich dabei als menschlich gezeigt, von einzelnen Dummköpfen am rechten Rand abgesehen. Allerdings hat sich bislang auch die Unfähigkeit des Staates gezeigt, effizient zu arbeiten. Vielleicht bringt das neue Jahr den Durchbruch.

Die Völkerwanderung allerdings wird unsere Gesellschaft vor neue Herausforderungen stellen. Wie liberal ist das Land, sind seine Bewohner wirklich? Fundamentalistische Lebenseinstellungen, von verschiedenen Religionen (und ich meine hier nahezu alle!) geprägte Wertvorstellungen, die mit dem Glauben an den Besitz der Wahrheit einhergehen, werden mit den sich herausgebildeten liberalen Lebenseinstellungen zu Individualität und Selbstbestimmung in Konflikt geraten. Religiöse Herdenführer sind darauf angewiesen, von ihren Gläubigen den Gehorsam und vor allem den Glauben an die Wahrheit zu erhalten. Geraten wir in einen neuen Kulturstreit? Ende kommenden Jahres werden wir mehr darüber wissen. Derweil dreht sich das Rad der Zeit hier in Berlin unaufhörlich weiter.

Persönlich mit Höhen und Tiefen

Mein persönliches Jahr war, wie viele andere zuvor mit Überraschungen verbunden. Einen guten Start in die Radsaison folgte im Sommer ein Unfall mit längerer Genesungsphase. Jetzt, da ich im fast frühlingshaften Winter auf mein Missgeschick zurückblicke, muss ich schmunzeln. So hat mir der Ärger darüber zumindest genügend Kraft gebracht, meine Rekonvaleszenz mit hoher Geschwindigkeit umzusetzen. Dazu habe ich meine Lektion gelernt, achtsamer und aufmerksamer zu sein und auch hier und da zu entschleunigen.
Lingerie-technisch war das Jahr erfolgreich. Ich konnte diverse neue Modelle und Labels testen und habe auch den einen und anderen passenden BH gefunden. Mein Busen verharrt auf einer 38E, anders als andere Männer in meinem Alter scheint sich der hormonelle Prozess zu stabilisieren und das Brustwachstum zu stagnieren. Andererseits glaube ich, dass mein Busen rundlicher geworden ist, femininer quasi. Das vereinfacht zwar die Suche nach dem passenden BH, macht mich aber nicht unbedingt zufriedener.
Emotional fühle ich mich sehr stabil. Meine Willenskraft konnte ich beim Sieg über die Verletzung stärken, meine weibliche Seite wurde angeregt durch einige sehr feminine BHs und mein seelisches Gleichgewicht durch eine weiter gute lange Ehe mit meiner liebenswerten Frau und dem Blick auf meine erwachsenen Kinder. Ich bin weder von Selbstzweifeln zerfressen, noch mit meinem Körper unzufrieden, der mich nun schon seit fast siebenundfünfzig Jahren trotz meiner zeitweilig sehr verschleißfreudigen Betriebsweise nicht im Stich lässt. Und um diesen Körper auch weiterhin in Schuss zu halten, werde ich auch weiterhin mein Fitnessprogramm mit diversen Belohnungen in Form von Wettkämpfen beibehalten.

Der Blog im Lauf des Jahres.

In diesem Jahr habe ich weniger gepostet, als in den vorherigen Jahren. Dennoch habe ich versucht, meine Erkenntnisse weiterzugeben. Ich habe große Entdeckungen gemacht und habe mich gefreut, dass mit The Bra Guy ein Mitstreiter im Netz unterwegs ist, der über den männlichen Busen und das Tragen eines BHs bloggt. Ich bin auf die Suche nach der passenden Bekleidung und der Diversität in der Männermode gegangen und durchaus positiv überrascht worden.

Meine blogistischen Jahreshighlights des Jahres 2015:

Lingeriemarken:
  • Platz 1 geht an Curvy Kate. Die Marke, die ich 2014 erstmals kennenlernte produziert vielfältig, jung, farbenfroh und in einem gesunden Preis- Leistungs- Verhältnis BHs, die auch einen Männerbusen komfortabel verhüllen und supporten können. Entsprechend ist mein Basic-Bestand in 2015 deutlich gewachsen und hat diverse Cleos ersetzt, die nicht mehr so recht passen wollten.
  • Platz 2 geht an Avocado. Die Marke aus dem polnischen Poznan überrascht mit feinster hochwertiger Stickerei und Design auf dem Niveau der besten französischen Lingerie. Stark am Feedback der Kunden orientiert haben die beiden Designerinnen im Laufe des Jahres die Schnittformen ihrer BHs überarbeitet. Auch ich habe mit dem neuen Mirabelle davon profitiert, nach dem der alte Schnitt im Frühjahr noch durchfiel, konnte ich vom Nickolaus einen passenden Mirabelle bekommen.
  • Platz 3 geht diesmal an Empreinte. Die französische Traditionsmarke stellt mit ihrer teilweise nahtlos gestickten Lingerie unschlagbare Basismodelle her. Die verspielten Muster, die hochwertigen Materialien und die feinen Stickereien sind absolutes Muss in der Wäscheschublade. Zwar ist das Label hochpreisig, aber die Qualität und auch das liebevolle Design rechtfertigen das.

Curvy Kate Tease

Empreinte Melody

Avocado Mirabelle

Lingerieboutiquen:

Ein herzlicher Dank geht auch in diesem Jahr an die vielen kleinen Lingeriegeschäfte, in denen Beraterinnen unermüdlich bei der Suche nach dem passenden BH helfen. Leider war mein Aktionsradius in diesem Jahr etwas eingeschränkt, denn ich hätte gern auch andernorts Ausschau gehalten.

Mein Special Thanks geht dieses Jahr an Agnieszka, die mit ihrer Brafinette in Berlin-Pankow ein einzigartiges Geschäft in Berlin betreibt, da es hier für alle Körbchen Beratung gibt, insbesondere aber auch die polnischen Label Avocado und Ewa Michalak im Angebot sind. Liebe Agnieszka, vielen Dank für die anregenden Gespräche und die gute Beratung. Ich wünsche Ihnen auch im kommenden Jahr viel Erfolg und werde regelmäßig vorbeischauen.

Doppel D hat mit ihrer zweiten Filiale in Charlottenburg ein erfolgreiches Konzept erweitert und das Angebot an Lingerie erweitert. Die freundliche Beratung, die angenehme Atmosphäre und die Offenheit gegenüber den Kundinnen und Kunden sind wichtige Merkmale des erfolgreichen Verkaufskonzepts. Liebe Jenny, auch Dir und Deinem freundlichen Team weiterhin viel Erfolg. Ich werde auch bei Euch regelmäßig vorbeischauen.

Für das kommende Jahr habe ich mir vorgenommen, bei diversen Reisen die Augen offenzuhalten, vielleicht erscheint die eine oder andere Boutique im kommenden 
Jahresrückblick.

Blogs:
  • And the winner is: Everyday Boudoir von Anja Wehrmann. Ich bin immer wieder beeindruckt, wie liebevoll und unermüdlich Anja in ihrem Blog Trends und Labels aufgreift und vorstellt. Für mich von allen aktuellen Lingerieblogs mit Abstand auf Platz eins.
  • Platz 2 geht an den englischsprachigen Blog A SophisticatedPair von Erica Windle, die in Burlington (NC) eine gleichnamige Boutique betreibt.
  • Platz 3 in diesem Jahr gebe ich an Fuller Focus, den leicht kommerziell geprägten Blog des Lingerieversands Brastop.

Was bringt das neue Jahr?

Ich denke mal viele Überraschungen und ich hoffe, dass es wieder ein sehr interessantes Jahr wird. Allen meinen Lesern und Leserinnen wünsche ich einen guten Rutsch und ein gesundes neues Jahr. Ich freue mich über viele Leser und Leserinnen, hoffe hier und da Anregungen zu geben und bin für Kommentare, wie immer, sehr dankbar.

Bis dahin

Euer BraBerliner

Samstag, 19. Dezember 2015

Curvy Kate Dita

Hallo Ihr Lieben,

nur noch wenige Tage bis Weihnachten. Früher war mehr Lametta, dieser Spruch aus einem Loriot-Sketch liegt mir in den Ohren, wenn ich an den Curvy Kate Dita denke. Warum? Die Verzierungen am Obercup, die in leicht silbrigem Schimmerton daherkommen, könnten durchaus an das Farbenspiel des Lamettas am Weihnachtsbaum erinnern. Aber das ist nicht alles, was an diesem BH bemerkenswert ist.

Die Marke Curvy Kate hatte ich im letzten Jahr entdeckt, als ich bei Curvy Shapes in Hamburg war, weil mir der kleine Laden im Internet aufgefallen war und ich unbedingt die schicken BHs von Fräulein Annie mal testen wollte. Am Ende nahm ich nehmen dem bezaubernden „Falling in Love“ auch den „Dreamcatcher“ von Curvy Kate mit und mein Interesse an der Marke war geweckt. Nachdem ich weitere BHs getestet hatte, bin ich mittlerweile ein echter Fan des Labels und habe mittlerweile mit Portia, Roxie, Smoothie, Tease und Gia ein breites Spektrum in meinem Bestand. Nachdem ich in diesem Jahr einige nicht mehr passende BHs von Cleo aussortiert habe, ist mittlerweile Curvy Kate zu meiner Basic-Marke aufgerückt. Das Spektrum vom leicht wattierten Tease über die geschalten Smoothie und Roxie zu den ungefütterten BHs ist dabei recht weit gefasst. Warum nicht mal einen Plunge testen?

Was bei CK-BHs auffällt, sind die relativ weit außen angebrachten Träger, wodurch man meinen könnte CK hätte die männliche Anatomie in das Design einbezogen. Einige Frauen haben dadurch mit einschneidenden Trägern Probleme, wobei CK mittlerweile an der Konstruktion gearbeitet hat, um den Kundenwünschen stärker zu entsprechen. Ich zumindest hatte bislang keine Probleme mit CK-BHs, wenngleich ich mir wünschen würde, es würde konsequent mit den aus meiner Sicht sehr bequemen breiten Bändern mit 3er Hakenverschluss produziert. Diese entfalten nämlich einen hohen Tragekomfort und sind keinesfalls bieder, wie ich früher immer dachte.

Curvy Kate Dita -Plunge mit erotischer Ausstrahlung

Aber zum Dita. Der BH ist ein echter Plunge mit schräg ausgeführter Quernaht und Senkrechtnaht im Cup. Wie alle ungefütterten CKs ist Dita mit einem breiten Band mit dreier Hakenverschluss ausgeführt. Das Band ist im Vergleich zu anderen CKs eher fest, die Cups für meine Begriffe eher kleiner, was aber auch daran liegen kann, dass  sie kaum elastisch sind. Bei grenzwertigem Umfang sollte man also durchaus über eine höhere Cupgröße nachdenken oder wem die Festigkeit des Bandes unangenehm ist, eventuell ein weiteres Band nicht in Kreuzgröße sondern mit gleicher Cupgröße. Hin und wieder fühle ich mich an meine Cleos mit den knackig festen Bändern erinnert.

Maße:
Angaben in cm
Dita 38 E
Material
Polyamid 44 %
Polyester 44 %
Elastan 12 %

Unterbrustband Länge: fest / locker
95 / 73
Unterbrustband Höhe: Achseln / Verschluss
10 / 5
Bügellänge / Bügelbreite
27  / 17
Steghöhe / Stegbreite unten / oben
4 / 5 / 2
Körbchentiefe
29
Trägerlänge / Trägerbreite
38 / 1,8

Der BH sitzt fest und formt unaufdringlich, weniger rund, als ich von anderen CKs gewohnt bin. Gerade das macht den BH trotz guter Stützwirkung auch im Profil weniger auffällig, als viele Cleos, die die Brust  ordentlich nach vorn mittig schieben. Schade, dass die Träger nicht so lang sind, wie andere CKs, das gibt ein kleines Minus.

breites Band mit dreier Hakenverschluss
Die durchsichtigen Cups mit den silbrig schimmernden Verzierungen oberhalb der Quernaht verleihen dem BH eine gewisse erotische Ausstrahlung. Wer das nicht mag, dem rate ich ab. Ich fand den BH zum Beispiel wesentlich erotischer, als dem allerseits als erotischsten CK, Tease, nachgesagt wird. Unabhängig davon ist der BH bequem und auch über den ganzen Tag angenehm zu tragen.

sehr schöne Stickerei ...
Design:

Das Design gefällt mir gut. Wie gesagt, eine gewisse erotische Ausstrahlung geht von diesem BH aus, aber da er ja unter Bekleidung getragen wird, bleibt das wohl das Geheimnis des Trägers. Die schicke Stickerei in den Cups, die teils an Blumen, teils an kleine Vögel erinnert changiert bei Licht und glitzert, wie Lametta am Weihnachtsbaum. Nichts drückt durch Oberbekleidung, der BH bleibt faktisch unsichtbar.

... schimmert im Licht
Passform und Tragekomfort:

Die Passform lässt sich knapp in fest und angenehm zusammenfassen. Das breite Band schafft gute Stützung, der Plunge-Schnitt mit den breiten Bügeln fasst die Brust gut, ohne am Steg oder in den Achseln zu pieken. Über den Tag bleibt der BH also angenehm unbemerkt. Am Anfang kratzen die Träger leicht, aber das gibt sich nach wenigen Wäschen. Die Träger könnten länger sein, aber das ist zu verschmerzen.

runde Brustform eventuell leicht spitz?
Fazit:

Insgesamt gelungen. Gute Verarbeitung trifft sich mit schmuckem Design. Ich habe ihn behalten. Dita ist auch weiter im Angebot, derzeit in Black / champagne mit Bändern von 28 – 38 und Cups von D – J.
unauffälig von vorn ...

... und im Profil
Liebe Leserinnen und Leser. Zwischen Weihnachten und Neujahr kommt mein diesjähriger Rückblick und Ausblick, ich wünsche Euch und Euren Familien ein besinnliches Weihnachtsfest und immer den passenden BH, vielleicht ja auch unter dem Weihnachtsbaum.


Euer BraBerliner

Dienstag, 8. Dezember 2015

Blogiläum - drei Jahre Männerbusenblog und kein Ende

Hallo liebe LeserInnen,

da habe ich doch tatsächlich mein Blogiläum verschlafen. Gestern vor genau drei Jahren erschien hier mein erster Post "Schon wieder so ein Blog".

Ich denke mit positivem Gefühl zurück und werde auf keinen Fall aufhören. Zwar poste ich weniger, als am Anfang, als vieles so aus mir raussprudelte. Aber ein Post pro Monat ist eigentlich auch ganz ordentlich.

Ich habe mich über viele freundliche Kommentare und Rückmeldungen per PM gefreut und auch darüber, dass sich der eine oder andere dazu entschlossen hat, es mal mit einem Brafitting zu versuchen.

Ich möchte allen Verkäuferinnen und Geschäftsinhaberinnen dafür danken, die Verständnis für Männer wie mich aufbringen und einfühlsam auf unsere Bedürfnisse eingehen.

Ich persönlich werde auch weiterhin mit diesem Blog versuchen, Berührungsängste abzubauen und mithelfen, körperpositiv mit seinem eigenen Körper umzugehen. Dazu gehört auch, wenn es zum inneren Frieden beiträgt, als Mann einen BH zu tragen.

Naja und selbstverständlich werde ich auch weiterhin in diversen Reviews unterschiedliche BHs vorzustellen, die an der männlichen Anatomie gut funktionieren. 

Das solls für heute gewesen sein. Als nächstes kommt ein Jahresrückblick mit meinen 2015er Favoriten und dem Ausblick aufs neue Jahr.

Bis dahin 

Euer BraBerliner

Donnerstag, 19. November 2015

Empreinte Melody – französische Spitzenlingerie

Hallo Ihr Lieben,

eigentlich hatte ich vor, noch ein paar Tage zu warten, bis ich meinen Review zum Melody bringe, dann habe ich Anjas Beitrag bei Facebook zur neuen Kollektion von Empreinte entdeckt und da konnte ich nicht länger warten.

Die Marke Empreinte des gleichnamigen Unternehmens gibt es seit der Gründung 1946. In der Nachkriegszeit war der Wunsch nach praktischer und schöner Lingerie groß. Empreinte begann relativ zeitig auch größere Cupgrößen zu produzieren, die guten Komfort und Chic verbinden. Ein besonderes Merkmal sind die vielen liebevollen Details in den den Stickereien und die ausgezeichneten nahtlosen Körbchen, die die BHs neben ihrem Schick nahezu unsichtbar machen. Ich bin zufällig auf die Marke bei meinem letzten Besuch bei Doppel D gestoßen und war von der Marke so fasziniert, dass ich spontan den Empreinte Melody gekauft habe. Die neuen Modelle der Herbst-Winter-Kollektion 2015 versprechen wunderschöne Lingerie und machen Appetit auf mehr.

Empreinte Melody
Der Melody ist ein als Full-Cup ausgeführter Mittelträger-BH mit nahtlos vorgeformten Körbchen (moulded), die anders als viele andere Modelle anderer Marken mit fein ziselierten Motiven bestickt sind. Schon das Ansehen dieser Motive macht Freude. Darüber hinaus aber sind diese äußerst angenehm auf der Haut, so dass die bei vielen gleichartigen Modellen anderer Marken unterlegte zusätzliche Tüllschicht entfallen kann. Die Körbchen selbst sind dabei sehr stabil und formbeständig, ohne jedoch einzuengen oder einzuschneiden. 
nahtlose Körbchen mit durchgehender Stickerei
Die Konstruktion des BHs insgesamt macht einen sehr soliden Eindruck. Beim Melody ist die Stickerei eine Blumenstickerei im als Netz gefertigten Körbchen. Schon dass ich so umfangreich beschreibe, verdeutlicht meine Begeisterung für diesen BH.

Aber zunächst zu den Maßen

Maße:
Angaben in cm
Melody 80 E
Material
Polyamid 44 %
Polyester 44 %
Elastan 12 %

Unterbrustband Länge: fest / locker
100 / 75
Unterbrustband Höhe: Achseln / Verschluss
11 / 3,5
Bügellänge / Bügelbreite
30 (+1)  / 17
Steghöhe / Stegbreite unten / oben
7 / 4,5 / 1
Körbchentiefe
29
Trägerlänge / Trägerbreite
35 / 1,6 – 2,5


Konstruktion:

Der BH ist solide konstruiert, die Körbchen sind durch einen festen Abschluss begrenzt, ohne zusätzliche Quer- oder Senkrechtnähte, am unteren Ende sorgen die gut abgepolsterten Bügel für die nötige Stabilität. 

verstärkte und verbreiterte Träger auf der Schulter
Das Unterbrustband ist durch den relativ hohen Elasthananteil relativ weit dehnbar. Die Bügel sind relativ breit und die Körbchen eher tief, weshalb ich bezogen auf meine Kreuzgrößen mit dem Cup nach unten gehen konnte (herkömmlich habe ich eine 38 E entspricht einer 85F, hier habe ich eine 80 E probiert).

Passform:

Der BH sitzt ausgezeichnet. Die auf den Schultern verbeiterten Träger sind ausgezeichnet und sehr weich.
Super Sitz 

Keine Nähte, keine Sichtbarkeit

Bei den Fotos war nicht aufgefallen, dass der rechte Träger verdreht war, ich bin dann erst am späten Nachmittag darauf aufmerksam geworden. Bei jedem anderen BH hätte ich vorher den verdrehten Träger unangenehm gespürt. 

rechter Träger verdreht und keiner merkt es

Zuletzt habe ich den Komfort von 3er Hakenverschlüssen genossen, bei diesem BH gibt auch der weiter verbreitete 2er Hakenverschluss angenehmen Halt. Einzig die Bügel empfand ich etwas fest, aber das ist nur ein kleiner Makel.

natürliche runde Brustform
Der BH gibt übrigens eine sehr schöne, natürlich runde Brustform.

Design:

Für einen schlichten Full-Cup finde ich das Design überwältigend. Vergleichbar damit ist der Cassiopee der Herbst-Winter-Kollektion. Anja hat mir auch schon vorgeschlagen zu testen und das werde ich garantiert auch machen. Die Träger satinartig und auf den Schultern zusätzlich gepolstert und verbreitert. Alles, einschließlich der kleinen Zierschleife zwischen Cups und der Versteller der Träger ist in schwarz gehalten. 

Seitenansicht - natürlich Brustform

Die Seitenteile sind fester Stoff, sowohl Cups, als auch Steg sind durchgehend netzartig gestickt.

Gesamteindruck:

Der Melody ist ein außergewöhnlicher, schicker und sehr bequemer Alltags-BH, hat allerdings mit ca 100 € auch seinen Preis. Allerdings ist dieses Geld ausgezeichnet angelegt. Ich denke, das wird nicht mein letzter Empreinte gewesen sein.

So, nun seid Ihr dran. Kennt Ihr die Marke? Würdet Ihr 100 € für einen Alltags-BH ausgeben? Kennt Ihr andere Modelle der Marke? Welches ist Euer Favorit? Auf Eure Kommentare freue ich mich wie immer sehr.

Bis dahin alles Gute


Euer BraBerliner

Donnerstag, 12. November 2015

Kleider machen Leute - Kleidungsstücke als Ausdruck unserer Geschlechtszugehörigkeit

Ein bisschen Off-Topic


Hallo Ihr Lieben,


Es gibt den sogenannten "Ententest", der eigentlich nichts anderes bedeutet, als an äußeren Merkmalen etwas zu definieren. "Es schwimmt wie eine ente, es schnattert wie eine Ente, also ist es eine Ente".
Wir alle verhalten uns unbewusst analog, wenn wir von anderen identifiziert werden wollen oder andere identifizieren. Ein wesentlicher Bestandteil unserer Entscheidung ist dabei das "Erscheinungsbild".
Sprechen mit tiefer Stimme = Mann, wer die ersten Folgen des Tatorts aus Münster kennt, weiß, das genau diese Schlussfolgerung den Kommissar Thiel zur Schlussfolgerung bringt, mit "Herrn Staatsanwalt" zu telefonieren.
Noch deutlicher fällt unsere Beurteilung vom visuellen Standpunkt aus, wenn schematische Muster auf das Geschlecht übertragen werden. Dort wird eine klare Zuordnung von Kleidungsstücken zum Geschlecht vorgenommen, die weniger anatomisch als erfahrungsbedingt begründet ist. Im Unterschied zum Ententest wird hier das Erscheinungsbild jedoch wesentlich weniger umfangreich reflektiert, in aller Regel begnügen wir uns mit gesellschaftlich erworbenen einfachen Kriterien. Es kann jeder mal für sich nachdenken, was ihm oder ihr einfällt, wenn es um die Herausstellung typisch weiblicher oder männlicher Merkmale geht. Hier mal eine kleine, nicht repräsentative Auswahl:
  • Weiblich: Kleid, High Heels, Make-up, Strumpfhose,  
  • Männlich: Jeans, Anzug, Drei-Tage-Bart, Motorrad
Mit dem Prädikat "weiblich" versehen werden demnach vor allem Kleidungsbestandteile und Merkmale, die optische Attraktivität herstellen sollen, "männlich" sind vor allem zweckmäßige und statusbringende Merkmale vorgeprägt. Das sind aber eigentlich gesellschaftliche Normative und weniger beschreibende Merkmale, wie beim Ententest. Genau das beschreibt aber unser allgegenwärtiges Dilemma, wenn es um Diskussionen geht. Während die Gesellschaft als immer stärker individualisiert beschrieben wird, sind die Beurteilungskriterien eigentlich zunehmend uniform. Verschiedentlich ist von einem neuen Konservativismus die Rede. Auf die kreativ zerstörerische Entwicklung der 70er-Jahre käme nunmehr ein neuer Konservativismus.


Ist das wirklich so? War der überwiegende Teil der Gesellschaft nicht viel konservativer und lockert sich zunehmend und nur der vor allem mediale Blickwinkel ist jetzt ein anderer?


In den Kommentaren zu meinem letzten Post ist die indirekte Fragestellung aufgekommen, inwieweit Kleidungsstücke zurückstrahlen auf die Wahrnehmung durch andere. Das ist ein ernstes Thema, insbesondere in der Phase der Selbstfindung, in der neben der Herausbildung des "Ichs" auch die sexuelle Orientierung und Bindung stattfindet. Ein Junge im BH ist für ein Mädchen wohl eher weniger interessant, als der dem gesellschaftlichen Normativ entsprechende Junge in Jeans mit sofern schon vorhanden Drei-Tage-Bart. Demnach wird der Junge mit "Busen" wohl auch kaum einen BH tragen, wenn seine Suche nach einem weiblichen Partner startet. Er wird sich eher schämen und versuchen seinen "Makel" zu verbergen. Im Gegenzug ist wohl zu erwarten, dass Mädchen, die einen kleinen Busen haben, versuchen sich "aufzuwerten", z. B. durch pushende BHs etc.


Lebenspartnerschaften, die aus gemeinsamen Zielen resultieren und die weniger auf einem sich gegenseitig schmückenden (Seht welch attraktiven Mann, welche attraktive Frau ich mir leisten kann.) sind meistens erfüllter und stabiler, "Makel" werden meist erheblich großzügiger toleriert, wenn es gemeinsame Ziele und Interessen gibt. Letztlich sind wir also allesamt Opfer unserer über Jahrhunderte immer weiter verfeinerten Seh-Sinne. Es ist unbestritten, dass schwer Sehbehinderte deutlich tiefgründigere und emotional festere Beziehungen eingehen können, als der Durchschnitt der Bevölkerung. Zurückzuführen ist das darauf, dass die Entscheidungsbildung weniger stark  vom Sehen beeinflusst wird.


Insofern ist für mich die Kleidungsfrage eine sehr komplizierte Frage, weil wir eben in einer stark vom Sehen geprägten Gesellschaft leben. Leider wird der Ententest dann eben ausschließlich anhand der visuellen Wahrnehmung angewendet und das Ergebnis aus einem stereotypen und sehr kleinen Katalog an Lösungen ausgewählt. Wir sind also begrenzt in unserer Freiheit, uns individuell zu verhalten, wenn wir innerhalb der Gesellschaft als gesellschaftsfähig anerkannt werden wollen. Die Regeln dafür, was gesellschaftsfähig ist, können wir als Individuum nur marginal beeinflussen. Deshalb bin ich von jeder Initiative begeistert, die Vielfalt als normativ ansieht, die Individualität als gesellschaftsfähig charakterisiert und die von Stereotypen in der Wahrnehmung klaren Abstand nimmt.


Als ich mit diesem Blog gestartet bin, war das aus einem gewissen Drang heraus, klarzustellen, dass ich - auch wenn ich regelmäßig einen BH trage - ein ganz normaler Mann bin, der auch als solcher wahrgenommen werden will und der andere Männer, die analog betroffen sind, ermutigen will, es ihm gleichzutun. Zwangsläufig habe ich mich in den letzten drei Jahren mit vielen Beiträgen zum Thema Mode, Kleidung, Gender und Sexualität in den Medien beschäftigt. Was mir oftmals aufgefallen ist, war eine gewisse Intoleranz von allen Seiten, sowohl den Schreibern und Schreiberinnen, als auch den Personen, die kommentierten. Es ist die gleiche Intoleranz, die uns zunehmend unter dem Eindruck der aktuell hohen Anzahl an Flüchtlingen entgegenschlägt. Und damit meine ich nicht nur diejenigen, die sich massiv für eine Abschottung aussprechen.


In der Gesellschaft hat sich ein Irrtum herausgebildet, der gerade in schwierigen Situationen immer wieder zu Problemen führt. Unter dem Eindruck, gegen Schwarz-weiß ein Abbild von Abstufungen wahrzunehmen, wird verkannt, dass eine Entscheidung immer binär ist. Ich muss mich immer pro oder contra entscheiden, ich kann zwar die Frage ändern, aber ich muss immer ja oder nein sagen. Im Praktischen muss ich also immer abwägen, wofür genau ich mich entscheiden kann, das gilt in Fragen der menschlichen Bindung genau so, wie bei der Wahl des Berufes, bei der Frage der Kleidung und bei allen anderen Lebensfragen. Jede Entscheidung, die wir treffen hat natürlich Auswirkungen über unsere weitere Entwicklung.


Das bedeutet im Umkehrsinn aber auch, dass wir uns klar darüber sein müssen, wie unsere Entscheidung in Sachen Kleidung von unserer Umwelt wahrgenommen wird. Wir sollten uns klar sein, dass wir mit der Art, wie wir uns kleiden, wir unbewusst kommunizieren, wie andere uns wahrnehmen sollen. Hierfür aber werden im verkürzten Ententest im Allgemeinen die aktuellen gesellschaftlichen Normative herangezogen und die lauten:

Eine Person im Kleid oder in High Heels oder im BH ist eine Frau!
 
Wir können an uns natürlich einen Aufkleber befestigen, "Ich bin ein Mann", aber die Wahrnehmung wird dann nicht sein: Ein Mann , sondern Ein als Frau verkleideter Mann.


Für mich persönlich heißt das, ich werde auch weiterhin einen BH tragen, werde aber immer bedenken, dass ich für andere möglicherweise ein verkleideter Mann bin. Es heißt aber auch, dass ich in meinem persönlichen Umfeld (die meisten interessieren sich eh nicht für mich) nur Menschen akzeptiere, die mich im BH als Mann akzeptieren.


Bis dahin


Euer BraBerliner


PS: Es gibt Neuigkeiten. Ich habe mich unlängst in die Marke Empreinte verliebt. Zugegeben nicht eben besonders preiswert, aber himmlisch und ihren Preis wert. Meinen Review zum Melody lest Ihr demnächst.

















Samstag, 10. Oktober 2015

Männer- und Frauenmode - altmodische Trennung oder sinnvoll

Hallo Ihr Lieben,

überall tobt in den intellektuellen Kreisen eine Debatte um Gender. Ich halte nicht viel von diesen tönenden Wortgefechten, weil sie an der Realität vorbeigehen und in der Praxis ist es ohnehin unerheblich, ob jemand nun als maskulin, feminin oder neutrinum anzuschreiben oder anzusprechen ist. Man kann es drehen und wenden, aber eigentlich kommt damit nur eine gewisse Weltfremdheit zum Ausdruck, als könne man durch Wortspiele ernsthaft die Wirklichkeit verändern.

Ziemlich getrennt einerseits, aber auch als Ausdruck der neuen Selbstbewusstheit der Frauen geht es in der Mode zu. Während sich Frauen schon seit Jahren keine modischen Vorschriften, der Gender-Trennung bieten lassen und immer mehr die "klassische Männermode" aufrauchen, tut sich auf Männerseiten höchstens in avantgardistischen Kreisen oder aber im Bereich des Transgender, Crossdressing etwas.

Ich habe auch diesen Sommer wieder die vielen Frauen in ihren liftigen Kleidern und Röcken beneidet, wenn sie bei Temperaturen über 30 Grad luftig umherschwebten, während wir in unseren Hosen geschwitzt haben. Bestenfalls im Freizeitbereich ist eine Short angesehen, aber dann meist züchtig über die Knie hinweg. Mit meinen Shorts habe ich, trotz meiner durchaus vom Radsport her attraktiven Beine (übrigens glatt rasiert), oft kritische Blicke über mich ergehen lassen müssen.

Deshalb anbei meine kleine Umfrage. Wie schätzt Ihr das mit der Mode ein? Seid Ihr eher der klassische Typ, der sich nur im Anzug wohl fühlt oder wünscht Ihr Euch auch, so wie ich, mehr Mut in der Männermode, sei es mehr unisex oder auch den Griff in die Regale der Damenabteilung. Ist die strikte Trennung in Herrenmode und Damenmode, mal abgesehen von anatomischen Besonderheiten, eigentlich wirklich sinnvoll? Naja und für die Männer mit Brüsten sind ja gewisse anatomische Äquivalente zumindest bei den Oberteilen gegeben.

Bin ganz gespannt, wie Ihr das seht, gerne auch wieder Kommentare.

Viele liebe Grüße

Euer BraBerliner

Montag, 21. September 2015

Tutti Rouge Eliza – leicht und bequem

Hallo Ihr Lieben,

mir ist gerade aufgefallen, dass ich noch immer nicht mein Review vom Tutti Rouge Eliza gegeben habe. Das möchte ich natürlich nachholen. Mit dem Eliza hatte Tutti Rouge einen ungepaddeten Balconnette-BH entworfen, dem man durchaus eine gewisse Erotik bescheinigen kann. Konstruktiv erinnert er mich, vom Padding einmal abgesehen stark an die Liliana – Modelle, die ich bereits vorgestellt habe.
Tutti Rouge Eliza 38E

Ich weiß nicht, wie gut Frauen mit dem BH klarkommen, mir hat er jedenfalls – wahrscheinlich wegen der Konstruktion mit breiten flacheren Körbchen ausgezeichnet gepasst. Die erotische Ausstrahlung kommt vor allem von der Tüllspitze, aus der der komplette BH besteht. Diese ist doppellagig ausgelegt, wobei die Lagen unterschiedliche Farben haben, wodurch ein interessantes Farbenspiel entsteht.
flaches Profil durch breite flache Körbchen

Ich habe den BH übrigens regelmäßig im Sommer getragen, da er sehr leicht ist und damit auch bei großer Hitze wenig schweißtreibend wirkt. Außerdem macht er ein etwas flacheres Profil, das auch unter engeren Sachen kaum auffällt.

Maße:

Angaben in cm
Eliza 38E
Material
Polyamid 72 %
Spandex 28 %

Unterbrustband Länge: fest / locker
102 / 79
Unterbrustband Höhe: Achseln / Verschluss
9 / 3,2
Bügellänge / Bügelbreite
32  / 17
Steghöhe / Stegbreite unten / oben
8 / 6 / 1
Körbchentiefe
30
Trägerlänge / Trägerbreite
38 / 1,6

Design:

Der BH ist sehr hübsch, zwei Tüllschichten, die untere pink, die obere violett sorgen für ein Farbenspiel, eine Senkrechtnaht im inneren Dritten des Cups sorgt für zusätzliche Stabilität, dazu ist eine weitere doppelte Tülllage am äußeren Cupbereich eingenäht. Zwischen den Cups ist eine nette Applikation aus violett / roter Schleife in Blütenform mit einem Strasssteinchen angebracht. Die Schieber an den Trägern sind wie bei allen Tutti-Rouge BHs aus Messing in Herzform und runden so das Bild ab. Meiner Ansicht nach insgesamt sehr gelungen, strahlt der BH jugendliche Frische aus.
Farbspiel durch mehrere Schichten und nette Applikation 

Passform und Tragekomfort:

Der BH besitzt ein relativ dehnbares Unterbrustband, aber das verringert keineswegs die Stabilität. Wer eher im unteren Längenbereich liegt, sollte durchaus die Kreuzgröße mit einem kürzeren Band versuchen. Ich war mir anfangs nicht schlüssig, habe dann aber den BH in meiner regulären Größe (38E) behalten. Die Cups sind – im Vergleich zu den Liliana BHs etwas tiefer, die Bügel etwas schmaler, dennoch würde ich sie persönlich als breit und flach – somit ideal für kleine Breitbrüste – bezeichnen. Die Körbchen selbst sind fest und kaum dehnbar, vor allem im oberen Bereich und am Cupabschluss, wer also oben mehr Volumen hat, dürfte mit dem BH nur schwer klar kommen.
weng nachgebende Spitze am Cupabschluss

Der Tragekomfort ist ausgezeichnet, am Anfang war das Band etwas kratzig, aber nach mehreren Waschgängen hat sich das gegeben. Er ist sehr leicht und damit auch für heiße Tage ausgezeichnet geeignet.
Versteller aus Messing in Herzform
Fazit:

Der Tutti Rouge Eliza ist ein angenehm zu tragender Sommer-BH mit gewisser erotischer Ausstrahlung. Die Konstruktion macht ihn sehr gut kompatibel mit zu stützenden Männerbrüsten. Er ist in Bandgrößen von 28 bis 38 mit Cups von D bis HH erhältlich.

Wie immer freue ich mich über Eure Kommentare.


Euer Braberliner

Donnerstag, 27. August 2015

Review Curvy Kate – Tease me

Hallo Ihr Lieben,

wie schon eine Weile angekündigt, möchte ich nun heute mein Review zum Tease me bringen. Ich hatte ja beim T-Shirt-Test schon festgestellt, dass der Tease me weit weniger pusht als andere Balconnettes, worüber ich nicht unbedingt unglücklich bin. Für mich war das allerdings schon erstaunlich, da der Tease me, anders als andere CK-BHs über ein erstaunlich dickes Padding verfügt, welches den Busen wegen des oben relativ offenen Abschlusses anhebt und die oft in der Werbung sichtbaren Rundungen hervorruft.

Curvy Kate Tease me
Busen wird angehoben aber ziemlich breit gedrückt

Zieht man ein Shirt darüber, was nicht zu weit ausgeschnitten ist, bleibt davon aber nicht mehr viel sichtbar. Wird der Ausschnitt tiefer, dann schimmert die obere Kante des Cupabschlusses hervor. Von der Struktur her erinnert mich der BH sehr an meine beiden schon vorgestellten Tutti Rouge Lilianas, die auch gepaddet sind und eine Struktur an der Cupoberfläche aufweisen. Der Tease me ist mit einem schicken Zierband an der Cupoberseite verziert,  zweifarbige Schleifen an den Trägern und zwischen den Cups runden das Bild ab. 
Hübsches Zierband und breiter Spitzenabschluss im Obercup, dazu zweifarbige Schleifen
Zweireihiger Häkchenverschluss im Rücken

Mit den deutlich abgehobenen Senkrechtnähten in den Cups und dem breiten oberen Spitzenabschluss  erinnert der BH an Corsagenschnitte. Vermutlich hat das dazu geführt, dass der BH oftmals als einer der erotischsten BHs von Curvy Kate angesehen wird.  

Maße:

Angaben in cm
Tease me 38E
Material
Polyamid 84%
Elasthan 16 %

Unterbrustband Länge: fest / locker
101 / 81
Unterbrustband Höhe: Achseln / Verschluss
10,5 / 3,5
Bügellänge / Bügelbreite
33  / 18
Steghöhe / Stegbreite unten / oben
9 / 7 / 1
Körbchentiefe
28
Trägerlänge / Trägerbreite
46 / 1,4

Design:

Ergänzend zu meinen Ausführungen zu Beginn, würde ich den BH als auffällig bezeichnen. Die Strukturierung mit den auffälligen Senkrechtnähten gibt dem BH eine gewisse Ausstrahlung, die strikte Einhaltung eines zweifarbigen Konzeptes mit unterlegtem hellen Stoff und Meschgewebe in Schwarz ist für meine Begriffe gut gelungen und unterscheidet den BH von allen anderen Curvy Kate Modellen.

Breite Bügel

Passform und Tragekomfort:

Die relativ flachen Körbchen und die breiten Bügel verbunden mit einem eher dehnbaren Band drücken den Busen in die Breite. Dadurch dass er oben offen gehalten ist, wird die Brust angehoben und ein Decollete entsteht. Ich könnte mir – für meine Leserinnen – den BH gut unter einem Dirndl oder tiefer geschnittenen Rundhalsshirts gut vorstellen.

Mit tiefer geschnittenem Rundhalsshirt Decollete erkennbar 

Die Passform des BHs ist angenehm und eher unauffällig. Es drückt nichts und das weiche Innenfutter gibt gute Unterstützung und ein angenehmes Tragegefühl. Sinnvoll ist auf alle Fälle einen Cup größer zu probieren und auch die Kreuzgröße mit dem engeren Band zu testen, da, wie gesagt, die Bügel eher breit und die Körbchen eher flach geschnitten sind. Im Hochsommer sollte man sich aber nach einem anderen BH umsehen, da der BH doch ziemlich wärmt.

Profil eher unauffällig

Fazit:

Mit Tease me hat Curvy Kate nicht unbedingt einen hocherotischen BH im Angebot, aber Passform und Tragekomfort sind gut und Design hat mich persönlich durchaus überzeugt. Die Schnittform macht ihn für Männer interessant, darüber hinaus ist er ziemlich unauffällig und in der Übergangszeit bietet er eine Reihe von Vorzügen.

Was haltet Ihr vom Tease me? Würdet Ihr ihn auch kaufen? Wie immer freue ich mich über Kommentare.

Viele liebe Grüße


Euer BraBerliner 

Dienstag, 18. August 2015

Der T-Shirt-Test - erstaunliche Erkenntnisse



Hallo Ihr Lieben,

nach einer längeren Pause möchte ich einem Wunsch aus den Kommentaren nachkommen. Ich hatte ja bei den unterschiedlichen Reviews keine T-Shirt - Bilder mit dabei und habe nun für mein nächstes Review - kommt in Kürze - erstmals auch mit einem engen Shirt die Eigenheiten des BHs mit bewertet. Dabei war ich erstaunt, dass der CK Tease-me, der bislang als der erotischste unter den CK-BHs gilt, viel weniger auffällig daherkommt als erwartet.

Ich habe dann gleich mehrere BHs getestet und war erstaunt, dass die Ergebnisse anders ausfielen, als ich es erwartet hätte.

Grundsätzlich könnte man ja mal folgende Regeln erwarten:


  1. gepaddete BHs vergrößern den Busen optisch,
  2. glatte BHs fallen nicht auf,
  3. Spitze drückt deutlich durch das Shirt,
  4. Balconnettes vergrößern die Brust optisch,
  5. Plunges formen ein Decollette und pushen im Profil
Bei den gepaddeten BHs habe ich mit dem S Szykus von Ewa Michalak und dem Tease me von Curvy Kate zwei Balconnette mit dem Roxie von Curvy Kate verglichen.
Frontal gefällt mir persönlich am Besten der S Szykus, trotz der Senkrechtnähte. Etwas ribbelig die Oberfläche des Tease me, die deutlich zu erkennen ist.

CK Tease me
CK Roxie
EM S Szykus
Nur der S Szykus entspricht tatsächlich den Erwartungen, die beiden anderen BHs fallen auch unter dem engen Shirt nur wenig auf, wenn man mal davon absieht, dass die Brust halt da ist und damit auch zu erkennen. Obwohl sowohl Teas me als auch  Roxie texturiert sind, drückt sich die Spitze deutlich weniger auffällig durch das Shirt, als die Senkrechtnaht des S Szykus. Der Ansatz des Dekollettes ist übrigens beim Hinschauen bei allen drei BHs zu erkennen.

Tease me

Roxie

S Szykus

Insgesamt auch hier bei mir der S Szykus auf Rang 1.

Bei den Spitzen-BHs habe ich Avocado Jewel und Cleo Marcie dem Test unterzogen und obwohl die Spitze beim Jewel deutlich konturierter ist, sind beide kaum unterschiedlich stark zu sehen. Beide BHs formen ein natürliches Profil, die viele Spitze ist nicht zusehen


Avocado Jewel
  
Cleo Marcie
Avocado Jewel

Cleo Marcie
In der Frontansicht ist die Spitze des Jewel allerdings erkennbar. Dennoch bei den Spitzen-BHs der Jewel auf Platz 1.


Zum Schluss noch der Smoothie, der vollkommen glatt ist. Hier zeichnet sich tatsächlich nichts ab.

Smoothie

Smoothie

Fazit:

Entscheidend dafür, wie auffällig ein BH ist, sind der Schnitt und die Nähte. Nur ein nahtloser BH bleibt unerkannt. Balconnettes pushen je nachdem, wie stark sie gepaddet sind unterschiedlich. Dekollette heißt nicht unbedingt gepushteres Profil, vielmehr kommt es darauf an, wie die Bügel die Brust verteilen. Kürzere Bügel und niedrigerer Steg beim Plunge verursachen zwar ein tieferes Dekollette, aber ein Shirt überdeckt dieses meistens.

Eines ist aber klar. Wer keine Überraschung erleben will, sollte stets mit einem Shirt die Wirkung des jeweiligen BHs prüfen, ehe er sich damit zeigt.

Habt Ihr Fragen oder Hinweise? Wie testet Ihr? Habt Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?
Wie immer freue ich mich über Kommentare.

In diesem Sinne viel Spaß beim BH-Kauf.

Euer BraBerliner