Viele Männer bekommen mit Mitte 40 einen Busen, manche bereits in der Jugend. Viele leiden darunter. Überall werden Operationen angeboten, aber es geht auch anders. Wenn man bereit dazu ist, einen Büstenhalter zu tragen. Schließlich machen es ja Millionen Frauen auch. Men over 40 often have boobs, someone has pain. They can have a surgery or wear a bra, million women do so.
Posts mit dem Label Glück werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Glück werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Sonntag, 2. Februar 2014
Off - topic - Was ist eigentlich Gesundheit?
Hi Leute,
eigentlich müsste die Frage ja lauten, was krank ist. Aber das kann man wahrscheinlich nicht richtig beantworten. Ich trage das Thema schon eine ganze Weile mit mir herum, weil man ja immer wieder von Wohlstandskrankheiten liest, die angeblich immer mehr um sich greifen und die Menschheit bedrohen. Oder sollte die Frage nicht besser heißen, was ist Suggestion?
Spätestens seit der Vogelgrippe-Hysterie sollten wir uns ernsthaft fragen, was wirklich lebensbedrohlich ist, die Erreger und Unbilden, mit denen wir schon seit Jahrhunderten irgendwie leben und immer besser zurecht kommen oder die Leute, die uns regelmäßig verunsichern, wir wären ungeschützt deren Bedrohung ausgesetzt, wenn wir nicht …
Um das Ganze noch zu würzen, kann man der Modeerscheinung des letzten und aktuellen Jahrhunderts, den sogenannten psychischen Erkrankungen besondere Aufmerksamkeit zukommen lassen. Neueren Studien zufolge erkranken immer mehr Menschen in den hochentwickelten Zivilgesellschaften an Krankheiten, die wir früher einfach nur als Überlastung, Bewegungsdrang oder Scheitern begriffen haben. Hierfür werden solche kunstvollen Begriffe verwendet, wie „Burn-out-Syndrom“ oder „ADHS“. Aber auch normale Alterserscheinungen werden heutzutage ebenfalls untersucht, ob sie denn vielleicht mit einem Schnitt hier, einer Spritze da oder einem geheimnisvollen Medikament behandelt werden könnten. Nein, das soll nicht zynisch daher kommen, aber ich frage mich ernsthaft, ob es denn so schlimm ist, wenn einmal ein Projekt misslingt, wenn hier und da Falten auftauchen oder wenn …
Vielleicht ist es der Fluch der modernen Welt, dass wir immer alle ganz vorn sein wollen, immer jugendlich aussehen wollen oder Niederlagen nicht eingestehen können. Interessant dabei ist, dass wir uns als Therapien das ausdenken, was eigentlich gar keiner Diagnose bedarf, wie zum Beispiel „Entschleunigen“ *grrrrhhhhh*, was für ein schlimmes Wort.
Aber zurück zu der Ursprungsfrage, was ist eigentlich gesund? Für mich ist gesund, wenn das, was ich tue, mir Spaß macht, wenn ich abends entspannt und müde ins Bett falle, wenn ich mich über schöne Dinge freuen und über schlechte Dinge ärgern kann, wenn ich bei Niederlagen weinen und bei Siegen lachen und mich freuen kann. Für mich ist gesund, wenn ich mit dem, was ich tue glücklich bin.
Ich denke, das ist ein guter Grund, jetzt wieder etwas zu entschleunigen …
Euer BraBerliner
Sonntag, 12. Januar 2014
Über das Outing
Hallo Leute,
dieser Tage war die Presse voll von Statements über das offene Bekenntnis eines Ex-Fußballprofis zu seiner Homosexualität. Natürlich haben sich alle sofort öffentlich zu ihrer Toleranz bekannt und dazu, wie wichtig das für die Toleranz im Allgemeinen ist. Ich habe lange gezögert, mich mit diesem Thema zu befassen, weil es ein sehr schwieriges Thema ist. Aber es verlässt mich nicht das Gefühl, dass hier wie bei allen Themen, die mit persönlichen, privaten Dingen zusammenhängen, die Diskussion nur oberflächlich geführt wird und nicht das eigentliche Problem gelöst wird.
Was hat es mit dem sogenannten Outing eigentlich auf sich? Begonnen hat alles mit Rosa von Praunheim, der sich vor vielen Jahren offen zu seiner Veranlagung bekannt und andere Personen in diesem einem Atemzug ebenfalls in der Öffentlichkeit geoutet hat. Seitdem ist immer mal wieder das Thema hochgekommen, ohne dass sich wirklich in der öffentlichen (Mehrheits)-Meinung etwas verändert hat. Wäre das anders, dann würde das Outing eines Fußballers schon längst ohne öffentliche Reaktion bleiben. Warum sage ich das? Weil es immer noch sehr viel Mut erfordert, sein Leben offen so zu führen, wie man es mag. Ich glaube unter Sportlern oder unter Intellektuellen ist es wohl eher kein Problem, aber in der Öffentlichkeit wird man immer schief angesehen werden, wenn man sich abweichend von der „Norm“ verhält. Daran schuld sind insbesondere die Medien, die ständig versuchen, Privates an die Oberfläche zu fördern, dass sich finanziell ausschlachten lässt. Aus meiner Sicht ist Homosexualität genauso normal, wie Heterosexualität, wenn auch weniger verbreitet. Gerade das macht ja den Menschen aus, dass er sich nicht, wie die meisten anderen Säugetiere, rein triebgesteuert verhält, sondern, dass er sich bewusstseinsgesteuert verhält und sein persönliches Glück sucht. Vielen Menschen wird aber von der Allgemeinheit diese persönliche Suche nach dem Glück vorenthalten. Zu einer offenen Gesellschaft gehört aber genau dieses Recht, sein persönliches Glück zu finden, zu den Grundrechten. Und wie die Gesellschaft damit umgeht, dass haben die Diskussionen in der CSU zu gleichgeschlechtlichen Partnerschaften gezeigt. Da hilft es auch nicht auf andere, weniger tolerante Gesellschaften mit dem Finger zu zeigen, wenn es um Diskriminierung geht. Ich glaube, wenn man mal an den Stammtischen nachfragt, dann würden viele begrüßen, wenn in Deutschland gleiche Maßstäbe angelegt würden, wie in Russland.
Wie gering die wirkliche Toleranz ist, auch wenn die Intoleranz nur rein verbal zum Tragen kommt, ist mir viele Male bewusst geworden, nachdem ich mich entschlossen hatte, einen BH zu tragen. Es gibt wohl kaum ein stärker ausgeprägtes Meinungsbild zur Geschlechterrolle, als das, wie jemand auszusehen, sich zu kleiden und zu verhalten hat. Jeder, der schon mal in die Kleiderkiste des anderen Geschlechtes gegriffen hat, wird das sicherlich erlebt haben. Das beginnt mit einem mimischen Staunen und steigert sich relativ schnell in den Vorwurf, einen Fetisch auszuleben. Mag sein, dass die Öffentlichkeit da mit Frauen nachsichtiger ist, vielleicht hat sie sich auch nur daran gewöhnt. Aber es ist ein Zeichen dafür, wie wenig tolerant unsere Gesellschaft im inneren wirklich ist.
Ich kann nur hoffen, dass die nun wieder aufgekommene Diskussion über Toleranz tatsächlich den Weg in die breiten Schichten der Bevölkerung findet und jeder in sich geht, um sich zurückzunehmen, wenn es darum geht, andere nach ihren Äußerlichkeiten zu beurteilen oder gar zu verurteilen. Und ich bitte inständigst alle Eltern, ihre Kinder abseits von überkommenen Rollenbildern zu Offenheit und Toleranz zu erziehen, dass es keines Outings von prominenten Personen mehr bedarf, um anderen das Recht zuzugestehen, so zu leben, dass sie glücklich sind. Ich glaube, wir alle können dazu unseren Beitrag leisten.
Liebe Grüße
Euer BraBerliner
Abonnieren
Kommentare (Atom)